Unser persönlicher Ratgeber

6 - Betrug mit Schneeballsystem

Schneeballsystem bei Goldbarren Versteigerungen

 

Immer wieder werden bei Internetauktionen verschiedener Plattformen Gold- und Silberbarren und Anlagemünzen aus Edelmetall in Auktionen ab 1 Euro angeboten. Bei diesen Angeboten kann man ein Schnäppchen machen, sollte aber extrem vorsichtig sein wenn es um Bezahlung per Vorkasse geht. Zahlungen per Überweisung und Vorkasse sind bei diesen Auktionen absolut normal und kein Warnzeichen. Wenn man sich als interessierter Kunde die Auktionsergebnisse ansieht merkt man schnell, dass bei vielen dieser Angebote irgendwas nicht stimmen kann. Das gilt insbesondere dann, wenn eine Einzelfirma in großem Stil 10 oder mehr solcher Angebote pro Tag listet. Zur Analyse muss man sich nur die einzelnen Auktionsergebnisse ansehen, die Gebühren der Auktionsplattform und angebotener Zahlsysteme ansehen und mit Ankaufangeboten großer Edelmetall Aufkäufer im Internet vergleichen. Das etwas nicht stimmt, erkennt man daran, dass die Auktionsergebnisse abzüglich Gebühren unter den Ankaufpreisen der seriösen Großanbieter liegen. Jeder kann selber schnell so eine einfache Rechnung durchführen. Auktionsergebnis abzüglich Auktionsgebühren, bei Silber, Platin und Palladium abzüglich anfallender Umsatzsteuer abzüglich Ankaufpreis des Auktionstages = Gewinn oder Verlust bei der Auktion.

Ein oder zwei solcher Angebote können durchaus Werbezwecken dienen und OK sein, aber dauerhaft so zu verkaufen kann sich auf dem sehr umstrittenen Goldmarkt mit Miniaturmargen niemand leisten.

Es gibt mehrere Möglichkeiten so für eine Weile zu verkaufen.

  1. Leerverkäufe

    Bei Leerverkäufen verkauft man Ware, die man nicht im Lager hat, hofft auf fallende Preise um die Ware dann günstiger einzukaufen. Damit kann man Gewinn machen.

    Leerverkäufe kann man an Markt unüblichen, sehr langen Lieferzeiten erkennen. Weniger vorsätzliche Betrugsabsicht als Handelsstrategie. Kann nur solange funktionieren wie die Preise fallen.

  2. Schneeballsystem

    Bei einem Schneeballsystem wird die verkaufte Ware aus eingegangenen Zahlungen späterer Käufer gekauft und geliefert. Man muss allerdings dauernd das Angebot mengenmäßig erhöhen um immer Geld für vorherige Lieferverpflichtungen zu erhalten.

    Schneeballsysteme funktionieren wie Kernspaltung und führen immer zwangsläufig zum Zusammenbruch der Kette wenn eine kritische Menge an Kunden überschritten wird da die Altverpflichtungen immer mehr ansteigen. Der Letzte in der Kette zahlt und erhält nichts mehr, der Initiator des Schneeballsystems sahnt ab und verschwindet mit sehr viel Geld.

    Auch hier kann man das System an ständig steigendem und immer höherwertigem Warenangebot und immer länger werdenden Lieferzeiten erkennen. Hierbei handelt es sich immer um vorsätzlichen Betrug.

  3. Stoßbetrug

    Aufbau eines Profils mit vielen Verkäufen nach dem Leerverkauf oder Schneeballsystem und dann einmaliges Abräumen mit einem kaum zu widerstehenden Angebot in großer Menge. Auch immer vorsätzlicher Betrug.

Bisher hat die Geschäftsidee mit Internetauktionen nachhaltig funktioniert.

 

Worauf muss ich achten und wie kann ich mich schützen ?

    1. Auktionsergebnisse von Edelmetallauktionen selber durchrechnen und mit Ankaufpreisen seriöser Anbieter vergleichen, Warnzeichen: ständiger Verkauf unter Händlerankauf.

    2. Beobachten Sie die eingestellten Mengen und den Wert der angebotenen Artikel. Warnzeichen: permanente Ausweitung.

    3. Beobachten Sie die Profile der Anbieter. Warnzeichen: Plötzlich negative Bewertungen.

    4. Viele Käufer mit Null Profilen, also ohne Käufe bei anderen Anbietern.

      Warnzeichen Teure Artikel häufig von Anfängern mit Nullprofil ersteigert deuten auf Selbstkäufe zum Profilaufbau hin.

    5. Eventuell zuerst nur geringwertige und branchenfremde Angebote, um ein Profil mit einer höheren Bewertungszahl aufzubauen.

      Profil am Anfang durchlesen wenn verkaufte Artikel angegeben sind.

    6. Längere Lieferzeiten, kann man aus den Kommentaren in den Bewertungen erkennen.

      Warnzeichen: Andeutungen über lange Lieferzeiten, Beschwerden darüber auch in den positiven Bewertungen beachten.

    7. Lieferung von der Beschreibung abweichender aber gleichwertiger Artikel.

      Warnzeichen: Bewertungskommentare, lesen auch bei positiven Bewertungen.

    8. Unvollständige Angaben im Impressum, der Widerrufsbelehrung und den Angeboten.

      Warnzeichen: häufig sind die Angaben unvollständig, keine Steuernummer, keine Telefonnummer im Impressum ( Kann an der Politik der Auktionsplattform liegen ), keine Angaben über enthaltene Steuersätze ...

 

Wenn sie einige dieser Warnzeichen in den Angeboten ihres beliebtesten Schnäppchenanbieters erkennen, sollten bei Ihnen die Alarmglocken klingeln. Sie können dann selbst entscheiden wie sie vorgehen. Nicht mehr dort kaufen zum Beispiel. Ich kann Ihnen im Fall, dass Sie weiter von besagtem Anbieter kaufen möchten, empfehlen nur noch Lieferungen auf Rechnung zu verlangen und mit dem Anbieter auszuhandeln. Akzeptieren Sie keine Zahlung per Vorkasse mehr, so schützen Sie Ihr Geld.